SCHLOSS SCHÖNBRUNN GESCHICHTE & FAKTEN

Schloss Schönbrunn und Gärten

Das im 13. Wiener Gemeindebezirk gelegene Schloss Schönbrunn blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Ursprünglich als Jagdschloss erbaut, entwickelte es sich zu einem der prächtigsten Barockschlösser Europas. Es war die Hauptsommerresidenz der Habsburger-Dynastie und erlebte in den vergangenen Jahrhunderten viele historische, politische und kulturelle Veränderungen. Heute ist das Große Barockschloss mit seinen 1441 Zimmern eines der bedeutendsten Denkmäler Österreichs, ein Weltkulturerbe und eine wichtige Touristenattraktion.

Frühe Geschichte

Die Geschichte von Schönbrunn reicht bis ins Mittelalter zurück. Das Gelände von Schönbrunn, das seit dem frühen 14. Jahrhundert als „Katterburg“ bekannt war, hatte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Pächter. Im Jahr 1569 gelangte das Gebiet durch den römisch-deutschen Kaiser Maximilian II. in den Besitz des Hauses Habsburg. Das weitläufige Grundstück nahe der Wien zwischen Meidling und Hietzing umfasste ein Haus, eine Wassermühle, Stallungen und einen Garten und diente als Jagdschloss. Der Kaiser ließ das Anwesen einzäunen und mit Wildtieren besetzen.

„Schöne Quelle“

Der Name Schönbrunn, der auf Deutsch „schöne Quelle“ bedeutet, tauchte erstmals 1642 in einigen offiziellen Dokumenten auf. Nach dem Tod von Kaiser Ferdinand II. im Jahr 1637 ließ seine Witwe, Eleonora Gonzaga, zwischen 1638 und 1643 eine neue Residenz in Schönbrunn errichten und benannte das Anwesen um. Der Ort blieb ein privater Rückzugsort, bis Kaiser Leopold I. 1686 beschloss, für seinen Sohn Joseph ein prächtiges Schloss zu errichten.

Vom Jagdschloss zur kaiserlichen Residenz

Der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach legte 1688 Pläne für ein neues Schloss in Schönbrunn vor, und 1696 begannen die Bauarbeiten. Das Schloss wurde auf den Ruinen des früheren Gebäudes errichtet, das von den Türken zerstört worden war. Die Arbeiten schritten nur langsam voran, da es aufgrund von Kriegen und finanziellen Problemen zu Verzögerungen kam, insbesondere nach dem Tod von Joseph I. Das unvollendete Schloss wurde zur Residenz von Wilhelmine Amalie, die die Wände mit Pferdeporträts schmückte, die heute im „Rösselzimmer“ zu sehen sind.

Der Wandel unter Kaiserin Maria Theresia

Kaiser Karl VI. erwarb das Schloss im Jahr 1728, nutzte es jedoch ausschließlich zu Jagdzwecken. Schließlich schenkte er es seiner Tochter Maria Theresia. Maria Theresias Regierungszeit markierte den Beginn einer neuen Ära für Schönbrunn, in der das Schloss zum Zentrum des königlichen Hofes und des politischen Lebens wurde. Unter Kaiserin Maria Theresia wurde das Schloss Schönbrunn erweitert und zu einer kaiserlichen Residenz umgestaltet. Der Architekt Nikolaus Pacassi gestaltete es im Barockstil neu und fügte neue Flügel, Räume und ein Theater hinzu. Die Renovierungsarbeiten erfolgten in zwei Phasen: von 1743 bis 1749, in der die kaiserlichen Gemächer erweitert und Kolonnaden hinzugefügt wurden, sowie von 1752 bis 1765, in der der Schwerpunkt auf der Ausstattung der Prunksäle lag. Das Schloss wurde zu einem Zentrum königlicher Veranstaltungen und zu einem Symbol der habsburgischen Macht, und Maria Theresia nutzte es, um den Einfluss des Reiches zur Schau zu stellen. Nach dem Tod ihres Mannes, Kaiser Franz I., im Jahr 1765 nahm sie weitere Umgestaltungen und Erweiterungen vor.

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Der Vertrag von Schönbrunn

Nach dem Tod Maria Theresias stand Schönbrunn leer, bis Kaiser Franz II./I. es als Sommerresidenz nutzte. Während der Napoleonischen Kriege besetzte Napoleon das Schloss zweimal, 1805 und 1809, und nutzte die Gedenkräume als Quartier und als Verhandlungsbasis. Am 14. Oktober 1809 wurde dort der Vertrag von Schönbrunn unterzeichnet, der das Ende des österreichischen Befreiungskriegs gegen Napoleon markierte.

Der Wiener Kongress

Während des Wiener Kongresses (1814–1815) fanden im Schloss Schönbrunn informelle Treffen und gesellschaftliche Veranstaltungen statt, die Österreichs Macht und Rolle bei der Gestaltung des postnapoleonischen Europas unterstrichen. Zwischen 1817 und 1819 ließ Kaiser Franz I./II. die Fassade neu gestalten. Der Architekt Johann Aman ersetzte die Rokoko-Verzierungen durch einen schlichteren Stil und ließ das Schloss in „Schönbrunner Gelb“, seiner heutigen Farbe, streichen.

Kaiser Franz Joseph

Franz Joseph, der am längsten regierende Kaiser Österreichs, wurde in Schönbrunn geboren und verbrachte dort einen Großteil seines Lebens. Im Vorfeld seiner Hochzeit mit Elisabeth (Sisi) im Jahr 1854 wurden für sie neue Gemächer eingerichtet. Anlässlich der Weltausstellung 1873 wurde das Schloss erneut renoviert. Kaiser Franz Joseph lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1916 im Alter von 86 Jahren im Westflügel von Schönbrunn.

Ende der Monarchie im Jahr 1918

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wurde die Habsburgermonarchie abgeschafft, und die neu gegründete Republik Österreich verstaatlichte das Schloss und wandelte es in ein Museum um. Die Habsburger wurden ins Exil geschickt, und Schönbrunn war fortan keine kaiserliche Residenz mehr.

Schönbrunn während des Zweiten Weltkriegs

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seine weitläufigen Räume und Gärten wurden als historische Stätten und kulturelle Wahrzeichen erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schloss Schönbrunn für militärische Büros und Delegationen umgenutzt. Das Schloss wurde im Krieg beschädigt, blieb jedoch von größeren Schäden verschont.

Heute

Das Schloss Schönbrunn wurde 1996 aufgrund seiner historischen, architektonischen und kulturellen Bedeutung in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Das Schloss war Schauplatz zahlreicher bedeutender kultureller und diplomatischer Veranstaltungen, darunter das Wiener Gipfeltreffen von 1961, bei dem US-Präsident John F. Kennedy und der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow während des Kalten Krieges Gespräche führten. Schönbrunn spielt weiterhin eine Rolle sowohl als historische Stätte als auch als aktiver Veranstaltungsort für staatliche Anlässe, klassische Konzerte und Veranstaltungen. Seit 1992 verwaltet ein staatliches Unternehmen das Schloss und sorgt für dessen Erhaltung, ohne staatliche Mittel in Anspruch zu nehmen.

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